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ZN-Buechse

Ölfläschchen

Ein Ölfläschchen für Zündnadelgewehre

Oelflaeschchen1
Zu dem Ölfläschchen sind folgende technische Daten zu vermerken:
  • Gesamthöhe: 46,5mm
  • Durchmesser am Boden: 30 mm
  • Durchmesser an der Schulter: 22 mm
  • Wandstärke: 1,3 mm
  • Gewicht: 40 g
  • Inhalt: ca. 1,3 cl
  • Material Eisen.
Literatur_oelflaeschchen

Neben den Kammerreinigern (wobei auf je fünf Gewehre ein Kammerreiniger kam) und Schraubenzieher hatte der Infanterist zum Pflegen des Zündnadelgewehrs ein Ölfläschchen. Wie der Name sagt, wurde hierin eine geringe Mänge Öl für unterwegs bevorratet. Dieses Ölfläschchen ist auch in dem Standardwerk zu den Zündnadelgewehren (siehe Literaturliste und Bild) auf Seite 172 abgebildet.
Das Gefäß besteht aus Eisen und hat einen Schraubdeckel mit eingeschlagener Nummer und abgeflachten Seiten. An dem Schraubdeckel befindet sich ein Eisenstift, der, wenn der Deckel eingeschraubt ist, nach innen ragt. Dieser Stab dient dazu geringe Mengen Öl an Stellen zu bringen, die mit einem Lappen nicht erreichbar sind.
Yagatan

Zum Thema Öl vermerkt der "Leitfaden zum Unterricht in der Kenntniß und Behandlung des Zündnadel-Gewehres M./41, M./60 und M./62:
" Oel und Fett werden theils zum Reinigen der Waffen, theils zum Schutze derselben gegen den Rost, so wie zum Einölen der sich in- und aufeinander bewegenden Theile - um den ungehemmten Gang derselben zu sichern und deren frühzeitige Abnutzung zu verhindern, welche unfehlbar eintritt, wenn man diese Theile trocken gehen läßt - angewendet...   ...Unter den Oelen giebt es einige, die, in dünnen Schichten der Luft ausgesetzt, zu einem bräunlichen, harzartigen Ueberzug oder Firniß eintrocknen und dashalb trockene Oele im Gegensatz zu den schmierig bleibenden genannt werden. Die ersteren, zu welchen das Lein-, Hanf-, Mohn- und Wallnußöl gehören, sind zum Einschmieren von Eisen- und Stahlteilen nicht geeignet, vielmehr dürfen nur Oele der letzteren Art verwendet werden...".
Das Rübenöl wird nur als Notbehelf empfohlen, da es Säuren enthält. In aufsteigeder Reihenfolge werden Olivenöl, Knochenöl oder Klauenfett, sowie Schweinefett in dem Leitfaden empfohlen.
Das Zündnadelgewehr musste zwar geputzt und gepflegt werden, damit es im Feld immer zuverlässig funktionierte, es wurde allerdings strengstens untersagt die Waffe blank zu polieren. Der Schmauch und Dreck war zu entfernen und die Teile zu ölen. Dabei konnten dunkle Stellen auf dem Metall durch den Gebrauch des Gewehrs zurückbleiben. Man berücksichtigte die Erkenntnis frühren Drills und Dienstvorschriften, wobei eine Waffe grundsätzlich blank zu sein hat, was oft mit Knochenmehl erreicht wurde. Das hatte zur Folge, daß die Waffen in der Regel "kaputtgeputzt" wurden und die Läufe u. a. immer dünner wurden. Hierzu aus dem Leitfaden: "...Abwischen muß aber auf die durchaus nothwendigen Fälle beschränkt werden, wenn die Bräune erhalten bleiben soll.
Ein glänzendes Aussehen kann nur durch Mittel ind Verfahrungsweisen erzeugt werden, durch welche die einzelnen Theile allmälig in ihren Abmessungen und Formen verändert, oder auch sonst leicht verdorben werden würden, abgesehen davon, das blankpolierte Theile den Schützen beim Zielen blenden...".
Eine Erkenntnis, die in modernen Armeen manchmal abhanden gekommen ist (wie ich mich an meine BW-Zeit erinnere).



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